Schenkenberg Online

Heimatgeschichte aus der MAZ

Das lauschigste Plätzchen, die Tannenschonung, wurde als künftiger Friedhof bestimmt. Und dort, wo im Sommer 1925 noch Pilzesammler durch den Kiefernwald krochen, er- streckte sich drei Jahre später bereits der Schenkenberger Dorfplatz. An seinem Rande entstanden in der Folgezeit der Gasthof " Haus Schenkenberg ", ein Kolonialwarenladen und eine Bäckerei. Der Bau des Gasthofes dauerte gut ein Jahr. Die Einweihung feierten die Schenkenberger am 18.10.1930. Wirt wurde August Lahr. Er hatte die Jahre zuvor die Baukantine betrieben. Nur ein Steinwurf weiter lockte im Jahr darauf der Laden Dux & Bäßler die Schenkenberger zum Einkaufen. Auf der linken Seite befand sich der Lebensmittelladen und rechts eine Dampf - Bäckerei. An den Platz grenzte auch der alte Sportplatz, der heutige Festplatz. Der Ort wurde ab 1925 geradezu aus dem Boden gestampft. Verheerende Dürren und der trockende Sandboden sorgten jedoch dafür, dass die Siedler in Schenkenberg auf keinen grünen Zweig kamen. Jeder zehnte Einwohner musste 1930 von der Kommune finanziell unterstützt werden. Und auch den anderen Siedlern ging es nicht viel besser. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ort 749 Einwohner, darunter 619 Protestanten sowie 126 Katholiken. Hinzu kam, dass das Landeskulturamt Berlin Teltow und die Siedlungsgesellschaft Deutsch - Land, die die Siedlungstätigkeit betrieben hatten, in dieser Phase die Rückzahlung ihrer Rentenschulden forderten. " Beim Gemeindevorsteher sind tatsächlich schon Pfändungsbefehle eingegangen " berichtete die Oder - Zeitung am 9.8.1930 aus Schenkenberg. Es galt die Einschätzung, das dies recht fruchtlos sei, da es nichts zu holen gab. " Manch einer wurde gleichgültig und suchte sein schwereres Los im Alkohol zu vergessen ", heißt es in der Schulchronik. Trotz der finanziellen Notlage nahmen Gemeinde und Siedlingsgesellschaft noch 1928 den Bau einen Schule in Angriff. Die Gründungssitzung fand im Juni 1928 statt. Während die Planungen für das dreigeschossige Gebäude noch liefen, wurde am 1. 11. 1928 im alten Vorwerk eine Notschule in drei hintereinander liegenden Zimmern eröffnet. Erst im März 1930 wurde der Grundstein für die heutige Schule gelegt. Ausführender Betrieb war die Norddeutsche Baugesellschaft. Am 18. 12. wurde das Haus be- zogen. Da die Gemeinde zu arm war, um für das Mobiliar zu sorgen, stellte die Regierungsbehörde dafür 8000 Mark zur Verfügung. 108 Schüler erlebten dort ihren ersten Schultag. Schon damals schauten die Skulpturen auf die Schüler herab.

MAZ Oktober 2000